Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst ein, dann …

Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt.
Erst ein, dann zwei,
dann drei, dann vier,
dann steht das Christkind vor der Tür.

Ergänzend:
Und wenn die fünfte Kerze brennt,
dann hast du Weihnachten verpennt!

Autor: unbekannt

Was sagt der Spruch aus?

Der Spruch beschreibt in seiner klassischen Form den schrittweisen Verlauf der Adventszeit. Jede weitere Kerze am Adventskranz symbolisiert das Fortschreiten der Zeit bis zum Heiligen Abend. Die ergänzenden Zeilen brechen dann mit diesem traditionellen, erwartungsvollen Rhythmus und führen eine humorvolle Pointe ein: Wer eine fünfte Kerze anzünden müsste, hat den eigentlichen Termin von Weihnachten schlicht verschlafen. Es ist eine spielerische Darstellung des Countdowns zum Fest, die mit einer überraschenden Wendung endet.

Welche Botschaft steckt dahinter?

Hinter dem ersten Teil steht die Botschaft der geduldigen Vorbereitung und der freudigen Erwartung, die den Advent prägen. Die ergänzende Strophe transportiert eine ganz andere, lockere Botschaft: Sie erinnert uns daran, im ganzen Trubel der Vorbereitungen nicht das eigentliche Datum und den Kern des Festes aus den Augen zu verlieren. Es ist ein augenzwinkernder Hinweis, nicht in der vorweihnachtlichen Hektik steckenzubleiben, sondern rechtzeitig im Hier und Jetzt des Festes anzukommen.

Welche Stimmung erzeugt der Spruch?

Der Spruch erzeugt eine zweigeteilte Stimmung. Zunächst weckt er mit seinen einfachen, rhythmischen Reimen ein Gefühl von kindlicher Vorfreude und gemütlicher Tradition. Die Bildsprache ist warm und vertraut. Der Zusatz verschiebt die Stimmung schlagartig in Richtung Heiterkeit und Leichtigkeit. Er bricht die vielleicht etwas zu ernste Erwartungshaltung auf und sorgt für ein Schmunzeln oder Lachen. Insgesamt ist die Atmosphäre also erst traditionell-besinnlich, dann überraschend komisch.

Emotionale Wirkung

Die emotionale Reaktion beginnt mit Nostalgie und Geborgenheit, die viele mit dem Kerzenschein des Adventskranzes verbinden. Es folgt ein Gefühl der Vorfreude. Die Pointe löst dann unmittelbar Belustigung und Freude aus. Bei manchen kann sie auch eine kleine Portion Nachdenklichkeit hervorrufen, nämlich die Frage, ob man selbst manchmal gefährlich nah dran ist, "Weihnachten zu verpennen", weil man zu sehr mit Planen und Stressen beschäftigt ist.

Moral und Werte

Der Spruch vermittelt keine tiefgreifenden moralischen Werte im engeren Sinne. Der erste Teil steht klar im Kontext der christlichen Tradition und der Vorbereitung auf die Ankunft Christi. Die ergänzenden Zeilen hingegen treten von diesem religiösen Überbau einen Schritt zurück. Sie thematisieren einen sehr menschlichen und alltäglichen Wert: die Aufmerksamkeit für den richtigen Zeitpunkt und die Fähigkeit, im Moment präsent zu sein. Sie passen zu Weihnachten, weil sie die heitere Seite des Festes betonen und den Druck perfekter Vorbereitung mildern können.

Ist der Spruch zeitgemäß?

Absolut. In einer Zeit, die von Kalendern, Erinnerungs-Apps und endlosen To-do-Listen geprägt ist, ist die Warnung, ein wichtiges Ereignis zu "verpennen", aktueller denn je. Die moderne Parallele liegt auf der Hand: Wir sind so abgelenkt von digitalen Benachrichtigungen und Vorabend-Stress, dass wir das eigentliche Fest und die gemeinsame Zeit mit Lieben fast verpassen könnten. Der Spruch wirft die heute sehr relevante Frage auf, ob wir die schönen Momente unseres Lebens wirklich bewusst erleben oder nur gedanklich abhaken.

Realitätsbezug oder Eskapismus?

Der Spruch stellt eine clevere Mischung dar. Der erste Teil könnte als Eskapismus in eine idealisierte, ruhige Adventswelt gelesen werden. Die Pointe holt den Leser jedoch abrupt in die Realität zurück. Sie thematisiert indirekt genau die "Brüche" der modernen Weihnachtszeit: Hektik, Vergesslichkeit und die Diskrepanz zwischen besinnlichem Anspruch und stressiger Realität. Er blendet Probleme nicht aus, sondern macht sie auf humorvolle Art zum Thema, ohne dabei belehrend zu wirken.

Für welchen Anlass eignet sich der Spruch?

Dieser Spruch eignet sich perfekt für informelle Weihnachtskarten an Freunde, Kollegen oder die lockere Verwandtschaft. Er ist ideal für eine Einladung zu einer adventlichen Feier oder als humorvoller Briefkopf für E-Mails in der Vorweihnachtszeit. Du kannst ihn auch gut auf ein Geschenkettikett für ein kleines Adventspräsent drucken oder in eine Social-Media-Nachricht einbauen, um deine Follower zum Schmunzeln zu bringen.

Für wen eignet sich der Spruch weniger?

Weniger geeignet ist er für sehr formelle oder ausschließlich religiöse Weihnachtsgrüße, etwa an die Kirchengemeinde oder in einer offiziellen Firmenmail, wo der humorvolle Teil missverstanden werden könnte. Auch für Trauerkarten oder in Situationen, in denen ein tieferer, tröstender oder ausschließlich besinnlicher Ton angebracht ist, solltest du auf andere Sprüche zurückgreifen. Menschen, die keinen Humor im Zusammenhang mit Weihnachten mögen, könnten die Pointe als nicht passend empfinden.

Layout-Vorschläge für Weihnachtskarten

  • Gestalte die Karte wie einen Adventskalender mit vier Türchen. Hinter dem vierten Türchen steht "dann steht das Christkind vor der Tür". Ein fünftes, deutlich zu großes oder schiefes Türchen daneben trägt den Zusatzspruch.
  • Nutze eine Illustration eines Adventskranzes mit vier hell leuchtenden Kerzen. Die fünfte Kerze daneben ist nur ein verkohlter Docht oder ein umgekippter Kerzenstummel.
  • Setze den klassischen Spruch in einer schönen, traditionellen Schriftart. Den ergänzenden Teil schreibst du in einer handgeschriebenen, lockeren Schrift darunter, als wäre er als nachträglicher Gedanke hingekritzelt worden.
  • Ein minimalistisches Design: Auf cremefarbenem Grund stehen nur die Worte "Advent, Advent..." in dunkelgrün. Auf der Rückseite oder im Inneren der Karte findest du klein und dezent den Zusatz "Und wenn die fünfte Kerze brennt...".

Abschließende Empfehlung

Wähle diesen Spruch genau dann, wenn du Weihnachtsgrüße senden möchtest, die herzlich und gleichzeitig unverkrampft sind. Er ist die perfekte Wahl für Menschen, die Tradition schätzen, aber auch über sich selbst lachen können. Nutze ihn, um eine Brücke zwischen besinnlichem Advent und der freudigen Leichtigkeit des Festes zu schlagen. Er signalisiert deinem Gegenüber, dass dir die gemeinsame Zeit und ein echtes Lächeln wichtiger sind als steife Konventionen. Versende ihn idealerweise in der ersten oder zweiten Adventswoche – als fröhliche Erinnerung daran, den Weg bis Weihnachten gelassen und mit Humor zu gehen.

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