Advent - das ist die Zeit, in der wir viel an andere …
Advent - das ist die Zeit,
Autor: Christine Bönninger-Müller
in der wir viel an andere denken,
denn wir möchten ihnen was Besonderes schenken.
So wollen wir unsere Liebe zeigen
und dann beginnt der bunte Reigen:
Kekse backen, Adventskranz schmücken,
Den Tannenbaum besorgen und bestücken.
Die Lichterkette prüfen, leuchtet sie noch hell?
Falls nicht, wer holt eine Neue – noch ganz schnell?
Haben wir an alles auch gedacht,
denn es wird Weihnacht über Nacht.
Basteln mit den Kinderlein,
auch das darf nicht vergessen sein.
Nach vier atemlosen Wochen:
am Heiligen Abend etwas Besonderes kochen.
Nun ist es soweit, wir kommen zur Ruhe
und vielleicht auch zur Besinnung:
Genießen wir die Weihnachtsstimmung,
die Tage, die vor uns liegen:
gemeinsame Zeit – egal, welche Geschenke wir kriegen.
Und im nächsten Jahr, da schenken wir uns nichts –
das ist versprochen !!!
Ach Kinder, keine Sorge, denn dieses Versprechen,
es wird gebrochen.
Frohe Weihnachten !!!
- Was sagt der Spruch aus?
- Welche Botschaft steckt dahinter?
- Welche Stimmung erzeugt der Spruch?
- Emotionale Wirkung
- Moral und Werte
- Ist der Spruch zeitgemäß?
- Realitätsbezug oder Eskapismus?
- Für welchen Anlass eignet sich der Spruch?
- Für wen eignet sich der Spruch weniger?
- Layout-Vorschläge für Weihnachtskarten
- Abschließende Empfehlung
Was sagt der Spruch aus?
Der Spruch von Christine Bönninger-Müller zeichnet ein lebendiges und sehr menschliches Bild der Adventszeit. Er beschreibt nicht die stille Andacht, sondern den heiteren Trubel und die liebevolle Hektik, die für viele Familien in den Wochen vor dem Fest typisch ist. Vom Backen und Basteln über die organisatorischen Pflichten wie die Lichterkette bis hin zur Vorfreude auf das gemeinsame Essen wird der ganze Vorweihnachtsmarathon humorvoll skizziert. Der Text mündet in einem augenzwinkernden Versprechen, im nächsten Jahr auf Geschenke zu verzichten, das sofort wieder gebrochen wird. Damit erfasst er den Kern eines modernen Familienweihnachtsfestes: die Mischung aus Stress, Vorfreude, Gemeinschaft und der sich jährlich wiederholenden Tradition.
Welche Botschaft steckt dahinter?
Die zentrale Botschaft des Gedichts ist tröstlich und erdend zugleich. Sie besagt: Der wahre Wert von Weihnachten liegt nicht in der perfekten Inszenierung oder den materiellen Gaben, sondern in der gemeinsam verbrachten Zeit. Die anfängliche Hektik ("atemlose Wochen") findet ihr Ziel in der Ruhe und Besinnung am Heiligen Abend. Das gebrochene Versprechen, nächstes Jahr nichts zu schenken, ist dabei kein Zeichen von Scheitern, sondern ein liebevolles Eingeständnis, dass die Freude am Schenken und die Tradition stärker sind als jeder gut gemeinte Vorsatz. Es geht um die Akzeptanz der eigenen, unperfekten Weihnachtsfreude.
Welche Stimmung erzeugt der Spruch?
Der Spruch erzeugt eine warme, heimelige und zugleich lebendige Stimmung. Durch die Aufzählung typischer Vorbereitungen fühlt man sich sofort in die eigene Adventszeit versetzt. Es herrscht eine Atmosphäre der freudigen Erwartung und des familiären Miteinanders, die durch den humorvollen Schlusspunkt ("Ach Kinder, keine Sorge...") aufgelockert und entspannt wird. Die Stimmung ist nicht feierlich-erhaben, sondern nahbar, sympathisch und einladend.
Emotionale Wirkung
Beim Lesen entfalten sich verschiedene Gefühle. Zunächst löst die detaillierte Beschreibung des Adventswahns ein Gefühl der vertrauten Wiedererkennung und vielleicht ein schmunzelndes Nicken aus. Darauf folgt Rührung durch den Hinweis auf die gemeinsame Zeit als eigentliches Geschenk. Der humorvolle Schluss weckt Freude und Zuneigung, weil er so menschlich und unverkrampft ist. Insgesamt hinterlässt der Text ein Gefühl der Geborgenheit, der Hoffnung auf schöne Festtage und einer leichten Nostalgie für die immer gleichen, schönen Rituale.
Moral und Werte
Der Spruch vermittelt vorrangig allgemein menschliche und familiäre Werte. Im Vordergrund stehen Nächstenliebe (das Denken an andere), Fürsorge, Gemeinschaft und die Bedeutung von Tradition und gemeinsam gelebten Ritualen. Eine explizit christliche Botschaft tritt nicht in Erscheinung. Stattdessen betont der Text den Wert der zwischenmenschlichen Beziehungen und der bewusst verbrachten Zeit. Diese Werte passen hervorragend zum Geist von Weihnachten, unabhängig von der religiösen Ausprägung, da sie Kern des festlichen Miteinanders sind.
Ist der Spruch zeitgemäß?
Der Spruch ist ausgesprochen zeitgemäß. In einer Welt, die von Kommerz und Termindruck geprägt ist, erinnert er an das Wesentliche. Die "atemlosen Wochen" sind heute vielleicht stressiger denn je, die Sehnsucht nach echter Ruhe und Gemeinschaft aber genauso groß. Die Frage, ob die Lichterkette noch leuchtet, ist ebenso aktuell wie der Vorsatz, es nächstes Jahr ruhiger anzugehen. Der Text wirft die immer relevante Frage auf, wie wir in der Hektik den Kern des Festes bewahren können, und gibt eine tröstliche Antwort: Indem wir uns auf die Menschen um uns konzentrieren und die Unperfektheit unserer Feierlichkeiten annehmen.
Realitätsbezug oder Eskapismus?
Der Spruch stellt einen gesunden Realitätsbezug dar. Er blendet Probleme der großen Welt nicht aktiv aus, aber sein Fokus liegt klar auf der Mikroebene des familiären Festvorbereitungs-Alltags. Er thematisiert die kleinen "Brüche" und Macken dieses Alltags (die kaputte Lichterkette, den vergessenen Bastelnachmittag, den gebrochenen Vorsatz) und macht sie damit zum Teil einer heilen, weil realistischen Welt. Es geht nicht um eine vollkommene Traumwelt, sondern um die schöne Realität, wie viele sie erleben – mit allen Ecken und Kanten.
Für welchen Anlass eignet sich der Spruch?
Dieser Spruch eignet sich perfekt für die persönliche Weihnachtskarte an Familie und enge Freunde, besonders an solche, mit denen man die Adventshektik teilt oder darüber schmunzeln kann. Er ist ideal für eine Karte, die Anfang Dezember verschickt wird und so den Beginn der "atemlosen Wochen" begleitet. Auch als beigelegter Gruß in einem selbstgebackenen Kekspaket oder als Einleitungstext für einen gemeinsamen Familien-Newsletter zum Jahresende passt er ausgezeichnet.
Für wen eignet sich der Spruch weniger?
Weniger geeignet ist der Text für sehr formelle Weihnachtsgrüße im geschäftlichen Umfeld oder für Karten an weit entfernte Bekannte, die den beschriebenen Familienalltag nicht teilen. Menschen, die Weihnachten ausschließlich als religiöses Fest begehen und nach einem spirituellen oder besinnlichen Spruch suchen, werden hier nicht vollständig fündig. Ebenso könnte der humorvolle Ton bei Personen, die gerade mit Trauer oder Einsamkeit zu kämpfen haben, möglicherweise unbeabsichtigt verletzen, da er ein aktives, hektisches Familienfest voraussetzt.
Layout-Vorschläge für Weihnachtskarten
Für die Gestaltung einer Karte bieten sich verspielte und warme Designs an. Der Text könnte in einer gut lesbaren, handschriftlich anmutenden Schrifttype gesetzt werden. Als Hintergrund oder als umrahmende Illustrationen passen detailreiche, wuselige Szenen: ein übervoller Küchentisch mit Mehl und Ausstechformen, ein Familienmitglied, das verzweifelt eine Lichterkette entwirrt, oder ein gemütliches Wohnzimmer mit halb geschmücktem Baum. Die Schlusszeile "Frohe Weihnachten" könnte besonders hervorgehoben werden, vielleicht neben einem kleinen Bild von lachenden Kindern oder einem unter dem Baum platzierten Geschenk mit schlecht geklebtem Schleifenband. Die Farbpalette sollte in warmen Rot-, Gold- und Cremetönen gehalten sein.
Abschließende Empfehlung
Wähle diesen Spruch genau dann, wenn du deinen Weihnachtsgrüßen eine persönliche, herzliche und unverkitschte Note verleihen möchtest. Er ist die perfekte Wahl für die Karte an deine eigene Familie, an enge Freunde oder an Menschen, mit denen du die Vorfreude und den liebevollen Wahnsinn der Adventszeit teilst. Versende ihn idealerweise in der ersten Dezemberhälfte – er ist wie ein virtuelles Adventstürchen, das den Beginn der besonderen Zeit einläutet und allen Lesern ein Schmunzeln und ein Gefühl von "Genau so ist es!" schenkt. Damit wird dein Gruß zu einer echten und willkommenen Freude in der oft stressigen Vorweihnachtszeit.
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