Nikolaus Sprüche und Nikolausgrüße

Nicht nur der Weihnachtsmann hat in der Weihnachtszeit seinen großen Auftritt. Auf dem Weg Richtung Weihnachten bietet der Dezember Jahr für Jahr einem weiteren bekannten Akteur eine Bühne - dem heiligen Nikolaus bzw. Nikolaus von Myra. Dessen Gedenktag ist der 6.12. Dieser Tag wird im Christentum von vielen Menschen mit verschiedenen Volksbräuchen begangen. Besonders die Kinder freuen sich auf den Nikolaustag, denn sie warten auf das nächtliche Füllen ihrer Schuhe mit Süßigkeiten oder kleinen Geschenken.

Da Gedenktage heutzutage häufig mit lieben Worten einher gehen, kursieren auch zahlreiche Gedichte und Sprüche zum Nikolaus sowie Nikolausgrüße für den 6. Dezember. Eine Auswahl selbiger finden Sie im Folgenden.

Inhaltsverzeichnis

Nikolaussprüche

Unsere Sammlung an Nikolaussprüchen

Die folgende Auswahl an Nikolaussprüchen deckt das gesamte Spektrum ab - von traditionellen Versen für Kinder über moderne Grußformeln bis hin zu religiös inspirierten Texten. Jeder Spruch wurde sorgfältig ausgewählt und repräsentiert einen bestimmten Aspekt der Nikolaustradition.

Beim Durchstöbern werden Sie feststellen, dass manche Sprüche sich reimen, andere nicht. Manche sind kurz und prägnant, andere ausführlicher und erzählender. Diese Vielfalt ist gewollt - der Nikolaustag ist selbst so facettenreich, dass eine einheitliche Form ihm nicht gerecht würde. Ein vierjähriges Kind braucht andere Worte als ein zwölfjähriges, ein gläubiger Katholik andere als ein säkularer Erwachsener.

Nutzen Sie diese Sammlung als Fundgrube für Ihre eigenen Nikolausgrüße. Manche Sprüche eignen sich perfekt für Karten, andere für mündliche Vorträge, wieder andere für digitale Nachrichten. Passen Sie sie an Ihre Bedürfnisse an, kombinieren Sie Elemente, lassen Sie sich inspirieren. Der Nikolaustag lebt davon, dass jede Generation die Tradition neu interpretiert und mit eigenen Worten füllt. Ihre persönliche Note macht aus einem allgemeinen Spruch einen individuellen Gruß, der beim Empfänger ankommt und in Erinnerung bleibt.

Sankt Nikolaus ist ein braver Mann,
bringt den kleinen Kindern was.
Die großen lässt er laufen,
die können sich was kaufen.

Autor: unbekannt

Lieber guter Nikolaus, mein Mann ist heute nicht zu haus,
ach komm zu mir mit schnellem Schritt - und bring auch Deine Rute mit!
Ich heize gut und tüchtig ein, dein Mantel wird bald lästig sein,
drum zieh am besten gleich ihn aus, du lieber guter Nikolaus.
Wir plaudern dann ein schwaches Stündchen -
und zum Schluss kriegst du mein Mündchen!
Ich freu mich, was auch kommen mag -
schon auf den nächsten Niklaustag!

Autor: Helga Nicolai

Heute ist Nikolaus-Tag, den jeder mag.

Autor: QEmma Mertens

Lieber guter Nikolaus,
bring uns kindern was.
Die Großen lasse laufen!
Die können sich was kaufen.

Autor: geo

Lieber guter, Nikolaus, lösch uns unsre Fünfen raus, und mach lauter Einsen draus, bist ein guter Nikolaus!

Autor: Goethe -.- wer es glaubt

Ach du lieber Nikolaus, komm ganz schnell in unser Haus.
Ich hab so viel an dich gedacht, hast du mir was mitgebracht?

Autor: Unbekannt

Du guter alter Nikolaus,
du Freund der Kinder nah und fern,
leer Deinen Sack heut bei uns aus,
wir alle haben dich so gern.

Autor: unbekannt

Ich weiß nicht, was der heilige Nikolaus Dir heute bringen wird, aber ich schicke Dir eine dicke Umarmung und ganz liebe Grüße.

Autor: unbekannt

Zum heutigen Nikolaus sende ich Dir die allerbesten Grüße und wünsche Dir, dass Du ganz viele Süßigkeiten in Deinem Nikolausstiefel findest.

Autor: unbekannt

Nikolaus, du guter Mann,
hast einen schönen Mantel an.
Die Knöpfe sind so blank geputzt,
dein weißer Bart ist auch gestutzt.
Die Stiefel sind so spiegelblank,
die Zipfelmütze fein und lang.
Die Augenbrauen sind so dicht,
so lieb und gut ist dein Gesicht.

Du kamst den weiten Weg von fern
und deine Hände geben gern.
Du weißt, wie alle Kinder sind:
ich glaub', ich war ein braves Kind.
Sonst wärst du ja nicht hier
und kämest nicht zu mir.

Du musst dich sicher plagen,
den schweren Sack zu tragen.
Drum, lieber Nikolaus,
pack' ihn doch einfach aus.

Autor: unbekannt

Holler boller Rumpelsack,
Nikolaus trägt ihn huckepack.
Weihnachtsnüsse gelb und braun,
runzlig punzlig anzuschaun.
Knackt die Schale, springt der Kern
Weihnachtsnüsse ess ich gern.
Komm bald wieder in dies Haus
guter alter Nikolaus.

Autor: Albert Sergel

Sankt Niklas, komm in unser Haus,
leer deine grossen Taschen aus,
stell dein Esel auf den Mist,
dass er Heu und Hafer frisst.
Heu und Hafer frisst er nicht,
Zuckerbrezel kriegt er nicht.

Autor: unbekannt

Ihr Kinder, stellt die Schuh’ hinaus,
denn heute kommt der Nikolaus.
Und wart ihr immer gut und brav,
dann lohnt’s euch Nikolaus im Schlaf.

Er bringt euch Äpfel, Feigen, Nüss’
und gutes Backwerk, zuckersüss.
Doch für das böse, schlimme Kind
legt er die Rute hin geschwind.

Autor: unbekannt

Horcht einmal hinaus!
Bald kommt Herr Nikolaus!
Er geht herum, er klopft bumbum,
schaut dort hinauf und da hinein,
dann kommt er gar zu uns herein
und leert bei uns sein Sack aus,
der gute, gute Nikolaus!

Autor: unbekannt

Ich wünsche Dir einen wunderschönen Nikolaustag mit leuchtenden Kinderaugen, vergessenen Kindheitserinnerungen und ganz viel Freude beim Stiefel-Rausstellen.

Autor: unbekannt

Nikolaus, du lieber Mann, komm nur ganz schnell hier heran. Wir waren brav, wir waren lieb, dieses Gedichtlein ich dir schrieb. Nun pack nun schnell aus deinen Sack, wir treiben auch keinen Schabernack.

Autor: unbekannt

Lieber guter Nikolaus, komm heut auch in unser Haus. Die Stiefel hab ich blankgeputzt, wünsche mir Apfel, Rosine und Nuss, was zum Spielen und zum Naschen und lass mich nur zu gerne überraschen.

Autor: unbekannt

Der Nikolaus kommt heut zu dir, schickt einen lieben Gruß von mir. Was Süßes noch ganz virtuell, denk dir den Genuss und iss es schnell!

Autor: unbekannt

Glöckchen klingt von Haus zu Haus, heute kommt der Nikolaus! Kommt durch Schnee, kommt durch Wind, kommt zu jedem braven Kind!

Autor: unbekannt

Lieber heiliger Nikolaus,
komm doch heut in unser Haus,
Lehr uns an die Armen denken,
lass uns teilen und verschenken,
Zeig uns, wie man fröhlich gibt,
wie man hilft und wie man liebt.

Autor: unbekannt

Knecht Ruprecht, du trägst huckepack
auf deinem Rücken einen Sack.
Sag, sind darin auch Pfefferkuchen?
Die möchte ich schrecklich gern versuchen!

Autor: unbekannt

Was läutet an der Treppe?
Was läutet durch das Haus?
Das ist gewiss ich wette,
der gute Nikolaus.

Schon klopft es an der Türe,
komm Niklaus, komm herein!
Hier sitzen lauter Kinder,
die sich schon lange freun.

Autor: unbekannt

Der Lohn beim Niko lausig ist, denkt das Christkind, so ein Mist!Ich gehe jetzt bei Ruprecht knechten, für Schwarzgeld eine Rute flechten.

Autor: unbekannt

Schatz, war bei Dir der Nikolaus und richtete er Dir mein Küsschen aus? Ich gab ihm eins, dass er es Dir schenke, so dass Du weißt, dass ich an Dich denke!

Autor: unbekannt

Ich bin der kleine Nikolaus, steh leider nicht vor Deinem Haus, drum schick ich Dir aus weiter Ferne eine Hand voll Zaubersterne! Frohe Weihnachten.

Autor: unbekannt

Heute ist Nikolaustag, da grüß ich jeden, den ich mag. Mein Geschenk, das kommt von Herzen, keine Rute soll Dich schmerzen, kein Zwang, kein Muss, nur mein dicker Kuss.

Autor: unbekannt

Weihnachtsengel
In der schönen Weihnachtszeit,
hört man es singen weit und breit.
Fröhlich schallts durch jedes Haus,
morgen kommt der Nikolaus.

Schuhe raus und Stiefel putzen,
Schuhcreme und den Lappen nutzen,
und dann über Nacht
werden vom Nikolaus Geschenke gebracht.

Autor: unbekannt

Draußen weht es bitterkalt,
wer kommt da durch den Winterwald?
Stipp-stapp, stipp-stapp und huckepack
Knecht Ruprecht ist's mit seinem Sack.
Was ist denn in dem Sack drin?
Äpfel, Mandeln und Rosin'
und schöne Zuckerrosen,
auch Pfeffernüss' fürs gute Kind;
die andern, die nicht artig sind,
die klopft er auf die Hosen.

Autor: Martin Boelitz

Der Nikolaus kommt bald zu uns aus dem Winterwald.
Sein Esel trägt den großen Sack auf dem Rücken huckepack.
Er stellt ihn vor uns hin. Sagt, was ist wohl drin?
Ein Geschenk für dich, ein Geschenk, für mich.
Alle Kinder freuen sich!

Autor: unbekannt

Nikolaus, du bist ein frommer Mann, der Kinder sehr gut leiden kann.
Wir lieben dich von Herzen und zünden an die Kerzen.
Bitte bring uns schöne Sachen, die uns allen Freude machen!

Autor: unbekannt

Der Nikolaus war da, nun rufen wir „Hurra“!
Der Nikolaus war da!
Im Stiefel stecken Plätzchen fürs Mi-Ma-Mauseschätzchen.
Krümelspuren, wunderbar!
Der Nikolaus war da!

Autor: unbekannt

Grüß Gott, ihr Kinder im Haus!
Hört zu: Ich bin Sankt Nikolaus!
Habt keine Angst, schaut mich nur an-
ich bin kein wilder fremder Mann.
Den Sack hier hab’ ich mitgebracht,
da drin steckt, was euch Freude macht!

Autor: unbekannt

Vor langen, langen Jahren
In einem fernen Land
Lebt’ einst ein heiliger Bischof,
Sankt Nikolaus genannt.

Er war geliebt von groß und klein,
Denn alle wollte er erfreuen.
Und noch vom Himmel steigt er nieder,
Beschenkt die guten Kinder wieder.

Autor: unbekannt

Nun stellt eure Schuh' zum Fenster 'raus,
Es kommt der heilige Nikolaus!
Der legt euch im silbernen Sternenschein
Geheim die leckersten Gaben hinein.

Wohl mancher allzu schlimme Knabe
Erhält der Rute bitt're Gabe;
Doch mögt ihr "Großen" nicht vergessen,
Daß manchem von euch es wäre zum Heil,
Bekäme auch er einen guten Teil
Von Nikolaushieben zugemessen!

Autor: Franz Josef Zlatnik

Durch den Tannenwald
In der Weihnachtszeit
Geht ein Mann, uralt,
Ob es stürmt oder schneit.
Er ist ein guter Mann,
Das sieht ihm jeder an!
Komm zu uns nach Haus,
Lieber Nikolaus!

Autor: unbekannt

Es fürchten die Kinder Sankt Nikolaus
Und seine Rutenhiebe,
Doch teilt er die süßen Gaben aus,
Verwandelt sich Schrecken in Liebe.

Sankt Nikolaus ist des Lebens Bild
Mit seinen Schicksalsstreichen,
Mit seinen Gaben, süß und mild,
Und den Tagen, den freudenreichen.

Autor: Friedrich Pesendorfer

Nikolaus von Myra - Die Person hinter dem Brauch

Der historische Nikolaus von Myra lebte im 4. Jahrhundert nach Christus in der heutigen Türkei und war Bischof der Stadt Myra in Lykien. Seine Lebensgeschichte ist von Legenden umrankt, doch einige Eckdaten gelten als historisch gesichert. Er stammte aus wohlhabender Familie und erbte ein beträchtliches Vermögen, das er jedoch nicht für sich behielt, sondern großzügig an Bedürftige verteilte. Diese Freigiebigkeit wurde zum Kern seiner späteren Verehrung und erklärt, warum ausgerechnet er zur Symbolfigur für das Schenken wurde.

Eine der bekanntesten Legenden erzählt von drei armen Töchtern, deren Vater sie mangels Mitgift in die Prostitution schicken wollte. Nikolaus soll nachts heimlich Goldklumpen durch das Fenster oder den Kamin geworfen haben, die in den zum Trocknen aufgehängten Strümpfen landeten. Diese Geschichte erklärt nicht nur den Brauch des Schuhefüllens, sondern auch die traditionelle Darstellung mit drei goldenen Kugeln, die zum Erkennungszeichen des Heiligen wurden. Ob sich die Geschichte tatsächlich so zugetragen hat, lässt sich nicht mehr feststellen - wichtiger ist, dass sie über Jahrhunderte weitergegeben wurde und bis heute die Vorstellung prägt, was Nikolaus ausmacht.

Nach seinem Tod im Jahr 343 entwickelte sich ein Kult um seine Person, der sich zunächst im byzantinischen Reich ausbreitete und später ganz Europa erfasste. Im Mittelalter war Nikolaus einer der populärsten Heiligen überhaupt. Ihm wurden zahlreiche Wunder zugeschrieben, er galt als Schutzpatron der Kinder, Schüler, Seeleute, Kaufleute und vieler weiterer Gruppen. Diese Vielseitigkeit seiner Patronate zeigt, wie sehr er in das religiöse und alltägliche Leben der Menschen eingebunden war.

Nikolaus und Weihnachtsmann - Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Die Verwechslung oder Vermischung von Nikolaus und Weihnachtsmann ist im deutschsprachigen Raum weit verbreitet und sorgt regelmäßig für Verwirrung, besonders bei Kindern. Dabei handelt es sich um zwei grundverschiedene Figuren mit unterschiedlichen Ursprüngen, die lediglich einige äußerliche Merkmale teilen.

Der Nikolaus ist eine historische Person, ein Heiliger der christlichen Kirche, dessen Gedenktag am 6. Dezember begangen wird. Seine traditionelle Darstellung zeigt ihn als Bischof in liturgischer Gewandung mit Mitra und Bischofsstab, oft begleitet von seinem Gabensack. Der Weihnachtsmann hingegen ist eine moderne, kommerzialisierte Figur, die erst im 19. Jahrhundert entstand und vor allem durch amerikanische Einflüsse - insbesondere durch Coca-Cola-Werbung - ihre heutige Gestalt erhielt. Er kommt am 24. oder 25. Dezember und hat mit der historischen Nikolausfigur nichts gemein außer dem Konzept des Geschenkebringens.

Interessanterweise hat der amerikanische Santa Claus seinen Namen vom niederländischen Sinterklaas, der wiederum auf den heiligen Nikolaus zurückgeht. Die niederländischen Einwanderer brachten ihre Nikolaustradition nach Amerika, wo sie sich mit anderen Bräuchen vermischte und schließlich die Figur des Santa Claus hervorbrachte, die dann als "Weihnachtsmann" nach Europa zurückkam. Diese kreisförmige kulturelle Migration macht die Sache noch verwirrender.

In Nikolaussprüchen ist diese Unterscheidung oft nicht klar getroffen, was historisch und kulturell problematisch ist, aber der gelebten Realität vieler Familien entspricht. Manche Sprüche vermischen bewusst oder unbewusst Elemente beider Figuren. Für Puristen ist das ein Ärgernis, für die meisten Menschen jedoch unproblematisch - solange die Kinder ihre Süßigkeiten bekommen und die Tradition gefeiert wird.

Nikolausbräuche in verschiedenen Ländern

Der Nikolaustag wird in Europa sehr unterschiedlich begangen, und diese Vielfalt spiegelt sich auch in den Sprüchen wider, die in verschiedenen Regionen üblich sind.

In Deutschland stellen Kinder am Abend des 5. Dezember ihre geputzten Stiefel oder Schuhe vor die Tür, die dann nachts vom Nikolaus mit Nüssen, Mandarinen, Schokolade und kleinen Geschenken gefüllt werden. Brave Kinder erhalten Süßigkeiten, unartige traditionell eine Rute - wobei diese strafende Komponente heute meist vernachlässigt wird. Der Nikolaus erscheint manchmal auch persönlich, oft begleitet von Knecht Ruprecht, und befragt die Kinder zu ihrem Verhalten. Diese persönliche Begegnung kann für kleine Kinder durchaus einschüchternd sein, wird aber als wichtiger Teil der Tradition angesehen.

In den Niederlanden hat Sinterklaas eine noch zentralere Bedeutung als in Deutschland. Er kommt bereits Mitte November mit dem Dampfschiff aus Spanien an und reitet auf seinem Schimmel durch die Straßen. Die Bescherung findet am Vorabend des 6. Dezember statt und ist damit das wichtigste Geschenkefest des Jahres, wichtiger als Weihnachten selbst. Kinder stellen ihre Schuhe an den Kamin und legen Heu und Karotten für das Pferd hinein. Die niederländische Tradition kennt auch die "Surprises" - kreative, oft humorvolle Verpackungen für Geschenke, begleitet von selbstverfassten Gedichten. Diese poetische Komponente macht Nikolaussprüche in den Niederlanden zu einem eigenständigen Genre.

  • Österreich und Bayern: Hier begleitet oft der furchterregende Krampus den Nikolaus. Diese teuflische Gestalt mit Fell, Hörnern und Ketten soll unartige Kinder bestrafen. In manchen Regionen finden Krampusläufe statt, bei denen als Krampusse verkleidete junge Männer durch die Straßen ziehen - ein Spektakel, das Tradition und Grusel vereint.
  • Schweiz: Der Samichlaus kommt oft mit seinem Begleiter Schmutzli und manchmal einem Esel. Die Tradition ist hier stark regional gefärbt, und in vielen Kantonen gibt es eigene Bräuche und entsprechende Sprüche in Schweizerdeutsch.
  • Frankreich: In manchen Regionen stellen Kinder ihre Schuhe an den Kamin, ähnlich wie in Deutschland. Die Tradition ist jedoch weniger ausgeprägt als in den deutschsprachigen Ländern, und Saint Nicolas teilt sich seine Bedeutung mit anderen Figuren.

Der Nikolaustag aus Kindersicht

Für Kinder ist der 6. Dezember ein Tag voller Spannung und Vorfreude, der in seiner emotionalen Intensität nur von Weihnachten selbst übertroffen wird. Der Nikolaustag funktioniert als eine Art Generalprobe für das große Fest, eine erste Bescherung, die die Wartezeit bis zum 24. Dezember erträglicher macht. Bereits Tage vorher beginnt die Aufregung: Schuhe müssen geputzt werden, Gedichte oder Lieder eingeübt, und natürlich stellt sich die bange Frage, ob man das Jahr über artig genug war.

Die Nacht vom 5. auf den 6. Dezember ist für viele Kinder von schlaflosen Stunden geprägt. Jedes Geräusch könnte der Nikolaus sein, der die Schuhe füllt. Manche Kinder stehen mitten in der Nacht auf, um nachzusehen - und werden von den Eltern wieder ins Bett geschickt. Am Morgen dann der große Moment: Die Schuhe sind gefüllt, der Nikolaus war tatsächlich da. Die Mischung aus Süßigkeiten, kleinen Spielsachen und vielleicht einem Schokoladennikolaus ist für Kinder ein Schatz, der mit leuchtenden Augen begutachtet wird.

In Kindergärten und Grundschulen wird der Nikolaustag oft mit Feiern begangen. Der Nikolaus erscheint persönlich, manchmal in Gestalt eines Erziehers oder eines engagierten Vaters. Er trägt sein goldenes Buch bei sich, in dem angeblich alle guten und schlechten Taten der Kinder verzeichnet sind. Diese Begegnung kann ambivalent sein - einerseits aufregend, andererseits auch etwas beängstigend, besonders für sehr junge oder sensible Kinder. Die Pädagogik diskutiert seit Jahren, ob diese strafende, kontrollierende Komponente zeitgemäß ist oder ob der Nikolaus nicht ausschließlich als freundlicher Gabenbringer dargestellt werden sollte.

Verschiedene Formen von Nikolaussprüchen

Nikolaussprüche sind keine homogene Kategorie, sondern lassen sich in verschiedene Typen unterteilen, die jeweils unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Klassische Nikolausgedichte sind meist in gereimter Form verfasst und werden von Kindern auswendig gelernt und vorgetragen. "Lustig, lustig, traleralera, bald ist Nikolausabend da" oder "Holler boller Rumpelsack, Nikolaus trägt ihn huckepack" gehören zu diesem Genre. Diese Gedichte haben oft einen einfachen Rhythmus und eingängige Reime, die Kinder leicht memorieren können. Sie dienen als performativer Akt - das Kind zeigt durch den Vortrag, dass es sich bemüht hat, und "verdient" sich damit symbolisch die Gaben des Nikolaus.

Grußformeln für Erwachsene hingegen sind nüchterner und kürzer. "Einen schönen Nikolaustag" oder "Der Nikolaus möge auch deine Stiefel reichlich füllen" sind typische Beispiele. Diese Sprüche erfüllen primär eine soziale Funktion - sie markieren den Tag als besonderen Anlass und drücken gute Wünsche aus, ohne tiefere emotionale oder religiöse Dimensionen zu haben.

Religiös konnotierte Nikolaussprüche nehmen Bezug auf den historischen Bischof und seine christliche Bedeutung. Sie thematisieren Nächstenliebe, Großzügigkeit und die Vorbildfunktion des Heiligen. "Wie der heilige Nikolaus einst den Armen gab, so lasst uns auch teilen" wäre ein Beispiel für diese Kategorie. Solche Sprüche werden eher in kirchlichen Kontexten oder in religiös geprägten Familien verwendet und betonen die ursprüngliche Bedeutung des Gedenktages jenseits des Kommerzes.

Humorvolle Nikolaussprüche spielen mit den bekannten Motiven und brechen sie ironisch. "Der Nikolaus bringt nur dann was, wenn du auch artig warst - bei mir wird's eng" oder "Ich hoffe, der Nikolaus liest nicht meine WhatsApp-Nachrichten" sind moderne Varianten, die die Tradition augenzwinkernd kommentieren. Diese Sprüche richten sich an Erwachsene und Jugendliche, die eine distanziertere Beziehung zum Brauch haben, ihn aber dennoch würdigen möchten.

Nikolaussprüche selbst verfassen

Einen eigenen Nikolausspruch zu schreiben, ist weniger schwierig, als es zunächst scheinen mag. Der Schlüssel liegt darin, sich bewusst zu machen, für wen und zu welchem Zweck der Spruch gedacht ist.

Für kleine Kinder funktionieren einfache Strukturen am besten. Ein Zweizeiler mit klarem Reim, der den Nikolaus direkt anspricht oder beschreibt, ist ideal: "Nikolaus, du guter Mann, klopf an unsre Türe an. Wir sind brav gewesen, haben viel gelesen." Die Botschaft ist klar, der Rhythmus eingängig, und Kinder können solche Verse leicht nachsprechen. Wichtig ist, positive Verstärkung einzubauen - also nicht primär mit Bestrafung zu drohen, sondern gutes Verhalten zu loben.

Für ältere Kinder und Erwachsene darf es komplexer werden. Hier können Sie mit Wortspielen arbeiten, kulturelle Anspielungen einbauen oder einen leicht ironischen Ton anschlagen. Überlegen Sie, welche Assoziationen Ihre Zielgruppe mit dem Nikolaustag verbindet. Sind es Kindheitserinnerungen? Der Stress, rechtzeitig Schuhe zu putzen? Die Freude über Süßigkeiten? Greifen Sie diese Themen auf und formulieren Sie sie pointiert.

Ein praktischer Ansatz ist die Verwendung bekannter Strukturen als Vorlage. Nehmen Sie ein existierendes Nikolausgedicht und variieren Sie es. Ersetzen Sie einzelne Wörter, ändern Sie die Perspektive, fügen Sie persönliche Details hinzu. Aus einem allgemeinen "Holler boller Rumpelsack" wird so vielleicht ein spezifischer Spruch für Ihre Familie oder Freunde. Diese Methode ist keine Plagiat, sondern eine kreative Aneignung und Weiterentwicklung von Volksgut.

Knecht Ruprecht, Krampus und andere Begleiter

Der Nikolaus kommt selten allein - in vielen Traditionen wird er von düsteren Gestalten begleitet, die eine Kontrastfigur zum milden Gabenbringer bilden. Diese Begleiter sind kulturhistorisch faszinierende Figuren, die vorchristliche und christliche Elemente vermischen.

Knecht Ruprecht ist im norddeutschen Raum die bekannteste Begleitfigur. Er trägt dunkle, zerlumpte Kleidung und eine Rute, manchmal auch einen Sack, in dem er angeblich unartige Kinder mitnimmt. Anders als der freundliche Nikolaus verkörpert Knecht Ruprecht das Strafende, Disziplinierende. In manchen Darstellungen ist er der raue, aber letztlich gutmütige Gehilfe des Nikolaus; in anderen eine genuín bedrohliche Figur. Theodor Storms berühmtes Gedicht "Von drauß' vom Walde komm ich her" hat das Bild des Knecht Ruprecht maßgeblich geprägt und ihn zu einer literarischen Figur gemacht, die über die folkloristische Tradition hinausweist.

Der Krampus, vor allem in Österreich und Bayern verbreitet, ist eine deutlich furchteinflößendere Gestalt. Diese dämonische Figur mit Hörnern, Fell, langer Zunge und Ketten stammt vermutlich aus vorchristlichen Winteraustreibungsbräuchen und wurde später in die Nikolaustradition integriert. Krampusläufe, bei denen junge Männer in aufwendigen Kostümen durch die Straßen ziehen, sind ein Spektakel, das Folklore, Grusel und Tradition verbindet. Der Krampus bestraft nicht nur symbolisch - er jagt tatsächlich durch die Straßen, und manche Zuschauer werden (im Rahmen des Akzeptierten) bedrängt oder leicht geschlagen. Diese aggressive Komponente ist umstritten, hat aber eine lange Geschichte.

In der Schweiz gibt es den Schmutzli, eine etwas mildere Variante, die dem Samichlaus zur Seite steht. Im Elsass und in Lothringen kennt man den Père Fouettard, den "Vater Prügler". Alle diese Figuren erfüllen eine ähnliche Funktion: Sie verkörpern die Konsequenzen unangebrachten Verhaltens und verstärken durch ihre bloße Präsenz die erzieherische Botschaft des Nikolaustages. Aus heutiger pädagogischer Sicht sind solche Drohfiguren problematisch, kulturhistorisch sind sie jedoch ein faszinierendes Zeugnis, wie Gesellschaften Normen vermitteln und Kindererziehung gestalten.

  • Nikolaus Sprüche

    Nikolaus Sprüche für den Nikolaustag

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