Was, wenn Weihnachten wär, was, wenn Weihnachten …

Was, wenn Weihnachten wär,
was, wenn Weihnachten ist?

Tannenduft und Kerzenschein,
sich beschenken und zusammen sein!
Jedem nur das Beste wünschen,
dass Friede werde auf Erden
und die Menschen alle zu einer
großen Gemeinschaft werden.

Was, wenn kein Weihnachten wär,
wenn kein Weihnachten ist?

Immer an das Gute denken,
die eigenen Schritte in Richtung ‚Helfen’ lenken.
Einen Anspruch haben, alle Tage lang:
Bedürft’gen Menschen helfen,
jenen, denen Angst und Bang.

Nicht auf den Kalender sehen
um danach gute Taten zu begehen.
Nicht nur für sich selbst nach dem Besten streben.
Da sind keine Engel die schützend
über den Armen und Leidenden schweben.

Es gibt viel Gutes – nicht Weihnachten tut es.
Tu’ Du es – Alle Tage lang.

Autor: Klaus Dexheimer

Was sagt der Spruch aus?

Der Spruch von Klaus Dexheimer stellt eine tiefgründige Reflexion über den eigentlichen Kern des Weihnachtsfestes dar. Er beginnt mit der klassischen, idyllischen Vorstellung von Weihnachten, beschrieben durch Tannenduft, Kerzenschein und das Beisammensein. Doch er geht schnell über diese Oberfläche hinaus. Der Text fragt provokant, was wäre, wenn es Weihnachten nicht gäbe. Die Antwort ist entscheidend: Die eigentlichen Werte – das Gute denken, Hilfsbereitschaft und tägliches Engagement für Bedürftige – sind nicht an ein Kalenderdatum gebunden. Der Spruch betont, dass nicht das Fest selbst Gutes bewirkt, sondern der einzelne Mensch durch sein tägliches Handeln.

Welche Botschaft steckt dahinter?

Die zentrale Botschaft ist ein Appell zur aktiven Humanität. Weihnachten wird hier nicht als einmaliges Ereignis verstanden, sondern als Inspiration und Mahnung, die dort gelebten Ideale wie Frieden, Gemeinschaft und Nächstenliebe in den Alltag zu übertragen. Es ist ein Aufruf, nicht passiv auf die "Weihnachtszeit" zu warten, um gut zu sein, sondern selbst zum Akteur des Guten zu werden – und das an allen Tagen des Jahres. Der Spruch entmystifiziert das Fest ein Stück weit und lenkt den Blick auf unsere eigene Verantwortung.

Welche Stimmung erzeugt der Spruch?

Der Text erzeugt eine zweigeteilte Stimmung. Die erste Strophe weckt ein warmes, festliches und hoffnungsvolles Gefühl, das mit den vertrauten Sinneseindrücken von Weihnachten verbunden ist. Mit der Frage "Was, wenn kein Weihnachten wär..." schlägt die Stimmung jedoch um in eine ernste, nachdenkliche und fast nüchterne Atmosphäre. Die abschließenden Zeilen münden in eine fordernde, motivierende Stimmung, die zum Handeln auffordert, anstatt in besinnlicher Ruhe zu verharren.

Emotionale Wirkung

Beim Lesen durchläuft man ein Spektrum an Gefühlen. Zunächst stellt sich vielleicht ein Gefühl der Freude und Nostalgie ein. Die zweite Hälfte löst dann unweigerlich Nachdenklichkeit aus, möglicherweise auch ein leichtes Unbehagen oder Scham, wenn man an die eigene selektive Hilfsbereitschaft denkt. Die klare Schlusszeile "Tu' Du es – Alle Tage lang" weckt schließlich ein Gefühl der Ermutigung und Hoffnung. Es ist weniger rührselig als vielmehr aufrüttelnd und soll zur Selbstreflexion anregen.

Moral und Werte

Der Spruch vermittelt universelle, humanistische Werte. Im Vordergrund stehen aktive Nächstenliebe, Mitgefühl, persönliche Verantwortung und die tägliche Verpflichtung, Gutes zu tun. Die christliche Botschaft tritt stark in den Hintergrund; es werden keine religiösen Figuren oder Heilsversprechen thematisiert, außer einer beiläufigen Erwähnung von Engeln, die es eben nicht gibt, um die Not zu lindern. Stattdessen passt er perfekt zu einem modernen, säkularen Verständnis von Weihnachten als Fest der Menschlichkeit, das überkonfessionell Gültigkeit besitzt.

Ist der Spruch zeitgemäß?

Dieser Text ist ausgesprochen zeitgemäß, vielleicht sogar notwendiger denn je. In einer Welt, die von globalen Krisen, sozialer Ungleichheit und oft oberflächlichem Konsum geprägt ist, wirft er die essenzielle Frage auf: Reicht es, einmal im Jahr gut zu sein? Moderne Parallelen finden sich in Bewegungen für mehr Nachhaltigkeit und soziales Engagement, die ebenfalls eine dauerhafte Verhaltensänderung fordern. Der Spruch fordert uns auf, die bequeme Festtags-Routine zu durchbrechen und stellt eine höchst relevante Frage nach der Authentizität unseres Handelns.

Realitätsbezug oder Eskapismus?

Dieser Weihnachtsspruch ist das genaue Gegenteil von Eskapismus. Er blendet die heile Weihnachtswelt nicht aus, stellt sie aber gezielt der realen Welt gegenüber. Er thematisiert indirekt die Brüche: Armut, Angst und Leid, die auch an den Feiertagen existieren. Statt in eine idealisierte Traumwelt zu flüchten, konfrontiert er den Leser mit der Tatsache, dass das Fest allein keine Probleme löst. Es ist ein Spruch mit einem starken Realitätsbezug, der die Illusion einer durch das Fest automatisch besseren Welt dekonstruiert.

Für welchen Anlass eignet sich der Spruch?

Er eignet sich hervorragend für Karten an Menschen, mit denen du über mehr als nur oberflächliche Festtagsfreude sprechen möchtest. Ideal ist er für Kollegen, Freunde oder Familienmitglieder, die sich in sozialen, karitativen oder pädagogischen Berufen engagieren. Auch als Motto für eine freiwillige Weihnachtsaktion oder als Denkanstoß in einem Newsletter einer gemeinnützigen Organisation macht er eine ausgezeichnete Figur. Er passt weniger zum klassischen "Frohe Weihnachten" unter dem Baum, sondern eher zum reflektierenden Ausklang des alten oder Beginn des neuen Jahres.

Für wen eignet sich der Spruch weniger?

Weniger geeignet ist der Text für sehr traditionelle, rein religiös geprägte Weihnachtsgrüße, da die christliche Heilsgeschichte fehlt. Auch für Karten an Kinder oder für eine rein festlich-unterhaltsame Firmenkarte, die ungetrübte Freude vermitteln soll, ist er wahrscheinlich zu tiefgründig und fordernd. Menschen, die in der Weihnachtszeit bewusst Abstand von den Problemen des Alltags suchen und einfach nur besinnliche Stimmung genießen wollen, könnten den Spruch als zu ernst oder moralisierend empfinden.

Layout-Vorschläge für Weihnachtskarten

Wähle ein dezentes, elegantes Design, das zum nachdenklichen Ton passt. Vermeide kitschige Motive.

  • Minimalistisch: Ein dunkler, nachtdunkler Blauton als Hintergrund mit einem einzelnen, hell leuchtenden Stern oder einer schlichten Kerzenflamme. Der Text steht in einer serifenlosen, klaren Schrift darunter.
  • Zweigeteilt: Die linke Kartenhälfte zeigt ein detailreiches, warmes Aquarell eines weihnachtlichen Interieurs (Kerze, Tannenzweig). Die rechte Hälfte ist schlicht weiß oder grau, vielleicht mit einer abstrakten, kühleren Grafik. Der Text spannt sich über beide Hälften, visuell unterstützend die inhaltliche Zweiteilung.
  • Typografisch: Setze den Text ganz in den Mittelpunkt. Nutze eine schöne Serifenschrift. Die wiederkehrenden Fragen "Was, wenn Weihnachten wär..." und "Was, wenn kein Weihnachten wär..." könnten in einer leicht anderen Farbe (z.B. Dunkelgrün oder Gold) oder Schriftstärke hervorgehoben werden. Die Schlusszeile "Tu' Du es – Alle Tage lang" sollte deutlich abgesetzt und betont werden.

Abschließende Empfehlung

Wähle diesen besonderen Spruch genau dann, wenn du mit deinen Weihnachtsgrüßen mehr als nur eine nette Geste machen möchtest. Er ist perfekt für Menschen, die das Fest in seiner Tiefe schätzen und die bereit sind, über den Tellerrand des Festtagsbratens hinauszublicken. Versende ihn zum Advent, als Anregung für die besinnliche Zeit, oder zum Jahreswechsel, als motivierenden Vorsatz für die kommenden Monate. Dieser Text ist nicht nur ein Gruß, er ist eine Einladung zum Dialog und zu einem bewussteren Leben – genau das macht ihn zu einem so wertvollen und einprägsamen Weihnachtsspruch.

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